Hallo liebe Hundefreundin, lieber Hundefreund.
Die Gesundheitswelle hat uns längst eingeholt. Wir achten auf
gesunde Ernährung, bevorzugen alternative Medizin und versuchen
unseren Körper in jeder Hinsicht vor unnötigen Belastungen zu
schützen. Auch bei unseren Hunden ist die „alternative Welle“
nicht ausgeblieben. Denken wir zum Beispiel an das B.A.R.F.E.N
(Rohfütterung der Hunde).
Erstaunlicherweise hält die „Back to
Nature“-Welle vor dem Impfverhalten vieler Hundebesitzer inne.
Obwohl der Deutsche Tierarztverband die offiziellen
Impfempfehlungen für Hunde und Katzen den neusten
wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst hat, steht die
jährliche Komplettimpfung der Vierbeiner in vielen Kleintierpraxen
weiter auf dem Programm.
Warum hinterfragen wir so selten diese Praxis der jährlichen Impfung aller
typischen Krankheiten wie Tollwut, Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis
und eventuell Zwingerhusten und Borreliose? Warum müssen Vierbeiner dies alle
Jahre über sich ergehen lassen, während wir Menschen uns in weit größeren
zeitlichen Abständen impfen lassen?
Inzwischen ist in zahlreichen Studien bewiesen worden, dass die jährliche
Impfroutine wissenschaftlich nicht haltbar ist, weil der Impfschutz nach einer
Grundimmunisierung viele Jahre anhält. Hochschulveterinäre aus den USA sprechen
sich gegen jährliche Impfungen aus und auch der deutsche Tierarztverband BPT
empfiehlt seit einiger Zeit größere Impfabstände.
Die Qualität und Dauer der Immunität ist nach einer Impfung für die einzelnen
Erreger unterschiedlich. Impfungen, die einen lang andauernden und belastbaren
Schutz erzielen wie die gegen Tollwut, Staupe und Parvovirose können im
3-jährigen Rhythmus aufgefrischt werden. Andere Impfstoffe haben eine kürzere
Wirkdauer wie zum Beispiel die gegen die bakterielle Infektionskrankheit
Leptospirose. Um hier einen ausreichenden Schutz zu gewährleisten sind kürzere
Wiederholungsintervalle (jährlich) notwendig.
Lassen Sie sich nicht verunsichern!
Viele Tierärzte bestehen immer noch auf die jährliche Wiederholungsimpfung
und verunsichern die Tierbesitzer, die sich über größere Impfabstände
informieren wollen. Warum stellen sich Veterinäre, offenbar trotz besseren
Wissens, quer? Vermutlich weil hinter den Impfungen ein mit geldgesegnetes
Geschäft steckt. Der französische Veterinär Yannick Poubanne stellte eine
beispielhafte Rechnung auf (veröffentlicht in: Veterinary Microbiology, 2006):
Für jeden Euro, den ein Tierarzt beim Einkauf von Impfstoff ausgibt, erzielt er
einen Umsatz von 10 Euro. Poubanne schätzte, dass ca. 30 % des Gesamtumsatzes
von französischen Kleintierpraxen auf Impfungen beruhen.
Können wir die französische Rechnung auch in deutsche Kleintierpraxen
übertragen? In kontroversen Diskussionen mit unseren Tierärzten sollten wir
diese Zahlen zumindest kritisch im Hinterkopf behalten….
Unter dem folgenden Link finden Sie die aktuellen Impfempfehlungen für Hunde
der Ständigen Impfkommission des Deutschen Tierarztverbandes BPT:
http://www.tieraerzteverband.de/
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Ich wünsche Ihnen und Ihrem Vierbeiner einen tollen Spätsommer mit vielen
schönen Sonnentagen und sende Ihnen herzliche Grüsse aus Schwieberdingen
Ihre Dr. Annette Häberle
Online-Redaktion
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